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Mit Hannibal beginnt Spaniens Geschichte

Die Bevölkerung Spaniens hat vielerlei Vorfahren. Zu den einheimischen Iberern stießen die Kelten, an den Küsten siedelten Phönizier, Griechen und Karthager; Römer und Juden drangen auch ins Innere vor. Die Völkerwanderung schwemmte Germanen ins Land - Westgoten, Normannen, Sueben und Vandalen hinterließen blaue Augen und helle Haare. Unter Maurischer Herrschaft mischten sich Araber und Berber mit dem, was sie vorfanden, danach halfen Franken und Franzosen bei der "Reconquista" (Rückeroberung). Das Ergebnis dieser bunten Ahnenreihe sind unsere Spanier: prächtige Leute mit viel Temperament, freundlich, höflich, wohlerzogen, zuvorkommend, rhetorisch begabt, förmlich, großzügig, spontan, bisweilen heißblütig bis hitzköpfig, halsstarrig bis konservativ. Und vor allem stolz.

Madrid - Metropole Spaniens und großes Dorf in der Mancha - so widesprüchlich sehen die Spanier den Sitz ihrer Regierung und die Residenz ihres Königs. Es gibt nur wenige Hauptstädte, die ähnlich wie Madrid so übergangslos mit einförmigen Wohnblocks inmitten einer ländlichen Umgebung beginnen. Aber dann: moderne Wolkenkratzer säumen breite Prachtstraßen, eindrucksvolle Springbrunnen und Denkmäler auf riesigen Plätzen, Parks und Museen, Regierungspaläste, Theater, Universitäten und Fußgängerzonen mit eleganten Einkaufszentren. Und schließlich das "dritte" Madrid - das eigentliche, die Altstadt: verwinkelte Straßen und Gassen mit kleinen, romantischen Plätzen und Kirchen, gemütliche Kneipen, altmodische Geschäfte mit schönen Kachelbildern und gußeisernen Markthallen, Cafés im Freien und unbeschwerten Menschen, die fast immer irgend etwas zu feiern scheinen.